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Journaille

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Die Wiedergeburt Jesu

Ja ich habs versucht, aber so richtig kommt man als Blogger um das Thema Ostern (gerade an Ostern!) nicht so wirklich rum.

Ein kleiner Schwank, der mein grenzenloses relogionswissenschaftliches Unvermögen offenlegt:

Im Februar habe ich eine Glosse für die hiesige Zeitung geschrieben. Die wurde auch brav gedruckt. Es ging im Kern um schlimme Feiertage und die Tatsache, dass sie überflüssig sind und einem nur wertvolle Zeit stehlen. In Absatz zwei habe ich von Ostern und irgendetwas über die Wiedergeburt Christi gefaselt. Ist recht gewagt Buddhismus und Christenrum innerhalb eines Satzes, der nicht mehr als acht Worte zählt, derartig miteinander zu verweben. Unschön aber durchaus möglich.

Nachdem ich die E-Mail abgeschickt hatte, habe ich mich auch sofort ziemlich arg für den Fauxpas geschämt, war aber zu feige, meinen Fehler zuzugeben. Stattdessen verließ ich mich auf das immer wieder viel gelobte Vier-Augen-Prinzip. Also auf irgendeinen Redakteur, der kaffeeschlürfend an seinem Schreibtisch sitzt, den Unsinn liest und schmunzelnd den Rotstift zückt.

Anfang März las ich dann den Text in der Zeitung. Unverändert. Hat man meinen Text überhaupt irgendwie zur Kenntnis genommen? Dachte man, ich mache einen Scherz und hat den Unsinn deshalb drin gelassen? Glauben die Redakteure selbst, dass Jesus so lange wiedergeboren wird, bis er ins Nirvana kommt? Hat irgendjemand überhaupt irgendeine Ahnung???

Ich weiß seit dem nicht so recht wie ich mit der Situation umgehen soll. Grenzt an Narrenfreiheit, die mich etwas überheblich werden lässt. Auf Überheblichkeit folgt Ungenauigkeit. Mit Ungenauigkeit steigt die Fehlerzahl. Und dann weiß man wieder nicht, ob die jemand ausbügelt. Ein Teufelskreis. Und das an Ostern...
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Scheiß Gold

Super. Jetzt hab ich in den letzten zwei Tagen so ziemlich alles gelesen, was man über Wirtschaft und Finanzkrise im deutschsprachigen Internet findet und hab zumindest mal verstanden warum der Goldpreis so hoch geklettert ist. Und dann fällt der Mist plötzlich wieder um sechs Prozent!!

"Ein großer Zinsschritt seitens der Fed sollte den Edelmetallen eigentlich auf die Beine geholfen haben. Stattdessen fielen die Preise für Gold und Silber unter die psychologisch wichtigen Marken von 1000 $ beziehungsweise 20 $", sagte Eugen Weinberg, Rohstoffanalyst der Commerzbank.

Die Experten von Barclays Capital sehen beim Rückgang des Goldpreises aber auch fundamentale Faktoren am Werk. Zwar sprächen weitere Zinssenkungen der Fed, ein Anhalten der Turbulenzen auf den Kreditmärkten und geschürte Inflationsängste für steigende Notierungen. Die Schmucknachfrage sei jedoch rückläufig, die Goldverkäufe der Notenbanken nähmen dagegen zu: "In diesem Jahr wurden bereits 70 Tonnen mehr Gold verkauft als in der Vorjahresperiode", schreiben die Barclays-Capital-Analysten.

Quelle: ftd.de

Entweder es liegt an der Uhrzeit oder an den pochenden Kopfschmerzen, dass ich die beiden Absätze drei Mal lesen musste bis ich wusste worum es geht. Und um das mit den Zinsen zu verstehen, hätte man womöglich mehr als drei Punkte im Mathe-Abi schreiben müssen, schätz ich mal. Wo wir schon beim nächsten Problem wären...

Boah, scheiß Wirtschaft. Ich muss schlafen... o_O
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Ökonomie: setzen, 6!

Sobald es fad wird, sich Langeweile einstellt, höre ich auf. Ich höre auf, mich bei Menschen zu melden, die mich langweilen. Ich höre einfach auf zuzuhören, wenn nichts Interessantes rüber kommt. Wie damals im PoWi-Unterricht der zwölften Klasse. Irgendwann wurden die Vorträge über Keynesianismus und soziale Marktwirtschaft und weiß der Teufel ziemlich langweilig und ich habe einfach aufgehört, mich daran zu beteiligen. Einmal, so erinnere ich mich vage, bin ich auch vor lauter Langeweile in der letzten Bank eingeschlafen. Hab dann den Bus verpasst.

In der Schule ist man noch ziemlich jung und ziemlich dumm und macht sich da noch keine Gedanken darüber, was man da eigentlich lernt und für was das später mal gut sein könnte. Vieles, wie Integralrechnung, brauch wirklich kein Schwein (also ich nicht), aber zumindest in Wirtschaft hätte sich Zuhören echt gelohnt. Dann müsste ich mich jetzt nicht wochenlang in ein Thema einlesen, bei dem sich nach jedem Satz ein neues Türchen zu noch mehr konfusem Zeug öffnet.

Kurz: Das angebrochene Semester steht unter der Flagge Wirtschaftsjournalismus und ich hab sowas von keine Ahnung. Ich tu zwar jeden Tag so, als läse ich den Wirtschaftsteil. Dabei überfliege ich nur die Überschriften und schau mir die Bilder an. Feiner, angehender Journalist, der ich bin, click ich mich alibimäßig noch durch Wirtschaftsressort von spiegel-online. Gleiches Spiel: Überschriften und Bildchen scannen. Informationswert: kleiner/gleich Null.

Das ging ganz gut so die letzten Semester. Alle anderen Ressorts werden ja brav konsumiert (außer Sport). Aber jetzt ziehen ziemlich dunkle Wolken am sonst sehr blauen Studiengangs-Himmel auf.

Ich fange gerade bei den Grundlagen an. Was Keynesianismus, Monetarismus und Liberalismus ist, weiß ich zumindest schon Mal. Bis ich verstehe, was es mit der US-Finanzkrise auf sich hat, was so besonders daran ist, dass der Gold-Preis über 1000 Dollar klettert und was das für auswirkungen auf den DAX hat, brauchts noch eine ganze Weile.

Nur eins hab ich schnell kapiert: Lohnt sich gerade richtig, T-Shirts in den USA zu bestellen.

Nachhilfestunden sind sehr willkommen.
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Danke

Den heutigen Tag werde ich mir wohl rot im Kalender anstreichen. Denn heute ist etwas passiert, mit dem ich seit Sommer 2005 nicht gerechnet habe. Damals hatte ich zum ersten Mal bürokratischen Kontakt mit dem Studiengangssekretariat. Darauf folgten fünf Semester Ungewissheit und Informationsflaute. Egal mit welchem Anliegen man auftauchte, es brauchte mindestens einen zweiten Anlauf bis man ansatzweise das hatte, was man brauchte. Meistens war sowieso keiner da, der einem irgendwie hätte helfen können.

Vorhin stattete ich der Hochschule einen Besuch ab. Die Sekretärin kannte meinen Namen, ohne dass ich ihn nennen musste. Meine drei Fragen wurden schnell, unkompliziert und klar beantwortet. Einfach so. Ohne Rückfragen. Drei Minuten und ich hatte alles was ich wollte. Und das um halb zwölf! Zu dieser Zeit hat das Sekretariat normalerweise regulär geöffnet, ist aber wegen eines fadenschenigen Grunds unbesetzt und "nicht verfügbar".

Ich bin noch zu verwirrt und ergriffen, um das, was gerade passiert ist, richtig realisieren zu können.

Ich möchte hiermit einfach nur mal Danke sagen: Danke.
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"Fake it till you do have something to say"

Kannte diese Weisheit bevor sie ein Freund geäußert hat noch nicht, kann sie aber absolut unterstreichen. Ich arbeite schon Jahre nach dieser Maxime.

Denn etwas zu sagen hab ich wirklich nicht. Ich bin zu jung, um eine fundierte Meinung zur Welt zu haben. Bin zu unerfahren, um zu wissen wie das ganze System funktioniert. Mein Erfahrungsschatz ist denkbar klein und beschränkt sich momentan noch auf die Erkenntnisse, dass man nach zu viel Alkoholkonsum umfällt und kotzen muss. Dass man das nicht auf wichtigen Weihnachtsfeiern machen sollte und dass man am nächsten Tag nicht einfach irgendwelche Tabletten von Wirtschaftsredakteurinnen (angeblich Aspirin?!) einschmeißen sollte. Danach wird man noch seltsamer als am Abend zuvor. Schlimme Stimmungsschwankungen... erst Rumhüpfen und dann fast vom Stuhl fallen. Gott war das furchtbar.

Ja sicher, ich weiß schon noch ein paar andere Sachen. Seriöses und Wichtiges. Mir fällt aus dem Stehgreif nichts ein... aber hey da gibts sicher etwas.

Um aber auf die Kernaussagen zurück zu kommen: Irgendwann weiß ich Bescheid, habe Ahnung und habe definitiv etwas zu sagen. Versteht es als Drohung oder eben nicht. Ich arbeite fleißig daran, echt mal gut zu werden.
Immerhin ist es mittlerweile schon so weit, dass ich täglich irgendwas für irgendwen schreibe. Mal mehr, mal weniger sinnvoll. Um mal meinungsbildend tätig zu sein, muss erstmal selbst eine haben und das kommt schon noch. Nur noch eine Frage der Zeit... und bis dahin halte ich mich mit Peanuts über Wasser und tu einfach so als hätte ich was zu sagen... klappt auch irgendwie.

Dieser Blog verkommt langsam zu einer Selbsttherapie-Plattform einer angehenden Journalistin mit akuter Berufsangst. Sorry dafür. Hey, aber immerhin hat das hier dann endlich mal ein konkretes Thema. Ist ja auch was.
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bullshitesk

Wird mal Zeit für eine Silkritik an der Journaille.

Ich beobachte nämlich seit längerem ein Sprach-Phänomen bei den Kollegen, die mit ihrem Geschreibe noch mehr verdienen als ich, das mir nicht behagt.

Begonnen hat es im ersten Semester im November 2005. Mein Professor hat damals 1,5 Stunden vor sich hin referiert während ich völlig sinnentleert aus dem Fenster schaute. Das Thema ist mir mittlerweile entfallen. Irgendwann hat er aber das Wort "kafkaesk" benutzt. Mehrmals. An dem Wort selbst ist nichts Schlimmes. Macht ja irgendwo noch Sinn, wenn man Journalist ist, synonymsüchtig und etwas blumig das Unheimliche und Bedrohliche umschreiben will. Was ich nicht leiden kann, ist dass das Suffix "-esk", das mittlerweile zu den unglaublichsten Worten gestellt wird, um dem Satz einen Touch Intellektualität zu verleihen.

In der Wochenend-Beilage der SZ hat sich eine Lifestyle-Redakteurin über Parfums von Prominenten ereifert und so ziemlich jedes durch den Dreck gezogen. Auch das von Iris Berben. Also mir ist wirklich egal, wie das Au de Toilette von Iris Berben riecht. Der Autorin nicht und sie fand es scheinbar so schlimm, dass sie das Wort "omaesk" benutzt hat. Da das in keinem Duden steht, muss ich mein letztes bisschen Deutsch-LK-Journalisten-Muttersprachler-Verstand zusammenkratzen und kombinieren, dass das Parfum wohl staubig, nicht sehr zeitgemäß und nach Mottenkugeln riecht. Was ist denn bitte vekehrt daran, einfach zu schreiben, dass es riecht wie der Staub aus den 50ern? Dass es stinkt wie der Unterrock von Tante Käthe, oder einfach altmodisch müffelt?

Aaaaach, mich nervts einfach. Pittoresk, clownesk.. bla. Man, wer glaubt ihr denn wer ihr seid. Feuilletonisten-Gesindel! Ich werd mal nicht so!

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