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Im Selbstversuch

Im Selbstversuch

Marathon-Berieselung

Wie oft hintereinander kann man ein 90er-Jahre-Singsang-Schnulz-Lied anhören, ohne danach mit blutenden Ohren zuckend auf dem Teppich zu liegen?



...ungefähr 28 Mal.

Und wie durch muss man sein, um es danach immer noch zu mögen und es sich problemlos noch 28. Mal reinziehen zu können?

Sehr durch. Aber hey! Es macht ziemlich gute Laune... irgendwie.
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Informatoren

Damals in der Oberstufe als es so langsam in Richtung Abitur ging, war ich auf diversen Studienmessen. Schließlich wusste ich noch nicht so wirklich was mal aus mir weden soll. Eher ein Mathestudium oder doch leiber Maler und Lackier?! Ich bin von Stand zu Stand gerannt, hab Flyer eingepackt, Studenten ausgefragt und gegrübelt.

...nein, natürlich nicht. Für den Besuch von Berufsionformationsmessen gabs ja immer einen Tag frei. Man musste sich nur einen Wisch von einem armen Irren unterschreiben lassen und ab gings in die Stadt.. shoppen oder so.

Aaaaber nichts desto trotz hab ich die Studenten bewundert, die dort fleißig die gewissenhafteren Schüler berieten. Unglaublich schlau müssen die sein. Alt und weise. Einige sind im 18 Semester Soziologie und den Bart könnte man von der Wuchsrichtung her auch den Schamhaaren zuordnen. Die BWL-Studentinnen stehen in ihren grauen Nadelstreifen-Hosenanzügen am Tresen und schauen schlau über die Ränder ihrer Brille. Alle so erwachsen...

Heute kenn ich die andere Seite. Seit zwei Jahren stehe ich hinter Tresen und auf meinem Schildchen steht "Studienberaterin". Ich verteile Flyer und erkläre armen Schülern, die eigentlich shoppen wollen, die schöne neue Studienwelt. Spaß macht das! Die nicht wissen nämlich nicht, dass man selbst nichts weiß. Jahrelang hat man sich für solche Fälle sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit antrainiert. Immer nicken und lächeln, den Semesterplan auf- und zuklappen und dabei plappern und unsinige Fragen stellen, auf die die Kleinen keine Antwort wissen. Diese dann mit gewinnendem Lächeln und aufmunterndem Kopfnicken selbst beantworten und zum Vortrag der Professoren schicken. Der Nächste bitte!

Besonders reizend ist der Job, wenn Kommilitonen Bier mitbringen (Wuhuu danke Béla!) und man etwas eigentümliche Professoren der Partnerstudiengänge, von denen man bisher nur vom Hörensagen diverse Geschichten kannte, endlich persönlich kennenlernt.

An alle Schüler da draußen, die auf Studienmessen gehen:
Wie hinter dem Tresen wissen eigentlich nichts, haben nur mehr Erfahrung damit...

(Und Entschuldigung, dass ich den noch unversiegelten Boden des neuen 3-Milliarden-Euro-Kongresszentrums mit Alt-Kemptener-Weisse eingeweiht habe.)
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Hirnentleerung durch Filmkonsum

Die nächsten Tagen werde ich mir folgende Filme anschauen...nächtelang...nur unterbrochen durch diverse Partys, ein wenig Schlaf und ganz vielleicht durch Essen:

Conan der Barbar
Ronin
Die Üblichen Verdächtigen
Kate und Leopold
Bram Stoker's Dracula
Garfield
Lethal Weapon 4
Casablanca
The Last Man
Was
Kate & Leopold
Cube
Fluch der Karibik I + II
Lost in Translation
Bladerunner
Hannibal
The Shining
Spiegel TV auf DVD - Teil 1 bis 11 (Außer 6. Der ist in Hamburg verschwunden)

Danach bin ich entweder komplett dem Wahnsinn erlegen, oder mein Kopf ist endlich leer und kann mit Wichtigem neu bestückt werden. Oder beides... schließt sich ja nicht aus.
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Fleckenteufel

Aus der Rubrik "Heimwerken für die Frau von Welt" hier ein Tipp wie man Wasserränder von weitestgehend unbehandelter Holz-Tischplatten bekommt. Unter normalen Umständen würde man sie aus purer Faulheit und Verachtung kleinbürgerlichen Spießertums einfach drauflassen. Aber da der Schreibtisch nicht mir gehört und ich liebend gerne meine Kaution Ende des Jahres wieder hätte, übe ich mich im Ringeentfernen.

Man versuche es zunächst mit milder Seifenlauge, um zumindest mal die seit Monaten eingetrockneten Kakaoflecken zu entfernen. Anschließend bildet man sich einen Abend lang ein die Wasserflecken wären damit auch verschwunden.
Am nächsten Morgen sieht man dann den Tatsachen ins Auge und sucht nach anderen Möglichkeiten. frag-mutti.de behauptet man bekäme die Ringe weg, indem man Salatdressing, "aber ohne Kräute, Pfeffer und Salz" (also quasi nur Essig und Öl) in das Holz reibt. Kommentare unter dem "Tipp" machten mich stutzig und da das für sich allein schon bescheuert klingt, lässts mans dann mal besser.

Nach einem Gespräch mit dem Ramsch-Händler meines Vertrauens (zu Ramschläden als solche, komm ich ein anderes Mal) probierte ich es doch mal mit Essig (allerdings ohne Öl... das kommt später) Hier ist hilfreich zu erwähnen, dass man für solche Zwecke keinen Balsamico-Essig nehmen sollte. Gibt dunkle Flecken.
Also hellen Tafelessig auf die Platte reiben und feststellen, dass nichts passiert. Die Prozedur wiederholen und wieder merken, dass es einfach nichts bringt. Das im Ramschladen erstandene Öl-Wax für 10 Euro (!!!) einreiben - kreisförmig wie es auf der Packung steht - trocknen lassen und hoffen, dass die Ringe jetzt weg sind.

Tischdecke drüber legen...
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Wie man mit nur 2 Euro voll wird:

Wo kann die schlaue Studentin sparen?

Ja man muss die Klischees wirklich bestätigen. Als Frau kommt man ohne Zweifel unglaublich günstig durch die Nacht in Hamburg. An jeder Ecke des Albers-Platzes steht 18-jährige Mädels (ohne Gürteltasche), die einem einen Flyer für ein Gratisgetränk nach dem anderne in die Hand drücken. Auch noch in den unmöglichsten Kneipen, in die man unter normalen Umständen keinen Fuß setzen würde. Schlimme Leute, schlimme Musik. Aber für einen tussigen Gratis-Prosecco nimmt man auch mal 10 Minuten lang seltsame Menschen und "Zehn nackte Frisösen" auf voller Lautstärke in Kauf. Zur noch Sekt auf Ex und weiter gehts. Flyer "abfeiern". Geschenkter Gaul und so. Dann noch den Rest der Nacht Bierchen ausgeben lassen und heim gehts. Fein.

Neuer Lieblingsladen, den ich leider, wie schon den Äppler-Shuppen, viieeel zu spät entdeckt hab, ist das "Nachtlager" auf dem Hamburger Berg.

Die zwei Euro wurden übrigens zu beginn des Abends in ein Glas Süßgespritzten investiert. Hätte man sich sichr auch sparen können... irgendwie
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Spanisch auf dem Sofa

Nein, nichts Versautes. Mein Spanisch-Trainer von Langenscheidt ist da und ab jetzt sitz ich jeden Abend auf meiner Couch, lass den Fernseher Fernseher sein und widme mich einer neuen Sprache, nachdem das beim letzten Versuch nicht wirklich funktioniert hat.

Eine gewisse Michaela führt mich durch den 18 Lektionen umfassenden Kurs. Ok, ich hätte mir lieber einen Juan, Miguel oder zumindest eine Macarena gewünsch. Aber ist ja auch egal. Lektion eins hab ich hinter mir. Zugegeben, das war ziemlich einfach mit Grundkenntnissen, aber um so besser: entmutigt bin ich schon mal nicht. Viele bunte Bildchen, langsames Sprachtraining, umfassene Übungen. Und von einer Sekunde zur anderen hat man das Gefühl, etwas Sinvolles zutun. Kam ja schließlich viel zu kurz in letzter Zeiit

Auf 6 CDs und in 3 Büchern steht alles was ich bis in etwa 5 Monaten wissen und behalten will. Dann noch einen Test und endlich mach ich meinen Verwandten alle Ehre. Suerte!
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...

Woah es gibt Äppler in Hamburg.

Ä P P L E R in H A M B U R G, der auch noch schmeckt!

und ich habs heute Nacht erst bemerkt.

(und wir wussten ja alle, dass das mit dem Alkohol nicht funktioniert)
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Im Gleichschritt schwarz

Tauchte gestern Nacht in eine bis dato fremde Welt ab. Nicht fremd im herkömmlichen Sinne. Wusste, vorher, dass es Menschen gibt, die sich gerne schwarz kleiden und sich Nietenhalsbänder anziehen. Hab ich selbst schon gesehen und kenn sogar persönlich welche. Aber bin bisher nie in die dunkle Katakomben der Gothic-Szene hinabgestiegen und habe so viele Vampir-Frauen, Emo-Punks und blasse Menschen auf einem Haufen gesehen.

Mainstream-Indirock/Pop-Twen (Ja ich weiß Anglizissmen sind bullshit), der ich im Jahre 2007 etikettengerecht bin, hüpfte ich in meiner grenzenlosen Naivität wie jeden Abend zur Feierstunde in meine zerissenen Jeans und meine Chucks und dachte, dass ich damit nicht weiter auffalle.
Hielt sich auch in Grenzen, da große, gewaltige Matronen, die sich in wildgemusterte Korsagen einschnürten und mittels diesen sich die Haut an der Tallie um die Hüfte rum platzierten, die Sicht auf mich (plötzlich ganz) zierliches Wesen versperrten.

Überall unvorteilhaft gekleidete, zu mächtige Frauen, die viel zu kleine bemitleidenswerte Männer an ihrer Seite hatten. Die machen die doch kaputt!!! Da geift dieses seit Urzeiten festgelegte Beuteschema nicht: Kleine schwache Frau will großen starken Mann. Aber wie dem auch sei...

Bemerkenswert ist, dass sich auf der Tanzfläche ein "buntes" Potpourri in schwarz von Menschen zusammenfindet, die Stacheln auf dem Kopf haben, zerissene Strumpfhosen und Gasmastekn tragen und sich völlig synchron zu dröhnender elektronischen Musik bewegen können. Eine Stimme schreit "Küss mich! Hass mich!" aus dem Boxen, schwarz-gefärbte Haare fliegen durch die Halle und Korsetts sind kurz vorm Zerbersten. Man selbst steht daneben, nippt an seinem Bier und findet die Musik nur toll, weil sich die Hose von alleine bewegt, wenn man nur neben den Boxen steht.

Ein Freund mutmaßte warum zwischen der Gothic- und die Techno-Szene so eine riesige Diskrepanz besteht. Die Musik ist fast gleich. Beim einen schreit jemand noch seltsame Sachen ins Mikrophon, das andere tut einfach so in den Ohren weh. Tja was soll ich sagen...hab auch keine Ahnung.
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George Orwell und ich in der Neurologie

Schlaflabore sind grundsätzlich nebst leise und sehr leise noch dazu leider nicht anders als gewöhnliche Krankhauszimmer plus Spion an der Decke. Aber die Leute sind lustiger: Haben einer etwas verwirrten alten Dame mit Wegbeschreibungen zur nächsten gutbefahrenen Hauptstraße fast die Flucht aus der Neurologie ermöglicht und danach eine Pudelbesitzerin beobachtet, die versucht hat, ihr Flotaxi auf umherhoppelnde Kaninchen zu hetzen.

Etwas verdatterte, aber sehr nette Pflege schnüren einen dann mit Kabeln ein und befestigen sie mit (ich schwör es war) Fensterkitt am Kopf und man sieht aus wie Medusa, nur dass am anderen Ende der Kabel nichts beißt.
Die womöglich etwas sarkastische Krankenschwester zu Beginn hat geschickt als halb-rhetorische Frage verpackt angedeutet, dass man mir Nadeln in den Kopf bohren würde...war gottseidank nicht der Fall. Auch abrasiert wurde nichts. Obwohl ich das für sinnvoll erachtet hätte. Der Kitt klebt noch im Schweif.

Das einzig wirklich Beunruhigende war die Kamera an der Decke. Sie war zwar angeblich nur nachts an, um meinen Schlaf aufzuzeichnen, aber wer sagt mir denn, dass im Nachbarzimmer nicht 4 bekiffte Pfleger sitzen, die mir beim Fusseln aus dem Bauchnabel sortieren oder schlimmer: beim RTL schauen beobachten! (nicht, dass ich das jemals machen würde...also beides...ach egal)

Man muss quasi dem Klische gerecht werden und einen Vergleich zu 1984 heranziehen. Besonders seit dem Moment in dem ich mich morgens nach dem Duschen an der Wand unter der Kamera entlangdrückte, weil ich dummerweise nur ein sehr spärliches Handtuch mitgebracht habe. Und ich könnte schwören, dass ich ein surrendes Kamerageräusch gehört habe...
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Einfach mal baumeln lassen

Habe mir Boxershorts zum darin nächtigen gekauft. Blaukariert, mit Eingriff. Halte sie für etwas sehr optimistisch geschnitten in der Schrittgegend, habe mir aber von einem Experten auf dem Gebiet erläutern lassen, dass es in "etwaigen Zeltsituationen" durchaus von Vorteil ist, wenn es nicht zwickt. Der zweite Knopf ohne zweites Knopfloch war mir auch ein Rätsel. Ein anderer Experte wies mich darauf hin, dass auch aus Anti-Zwickgründen bei Gewichtszuname oder Größenveränderungen der Knopf ggf. gewechselt werden könne.

Ich find sie einfach nur bequem und hoffe damit bei meiner Recherchereise ins Schlaflabor des Uniklinikums Frankfurt über Nacht irgendwie cool auszusehn.

Dazu mehr in der kommenden Woche.

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