Ferienblog
Wien ist tot
Deutsche Journalisten und Autoren neigen dazu, sich vermeindlicher Klischees zu bedienen und in Vorurteilen zu baden, wenn sie etwas über Wien schreiben. Morbid und melancholisch seien die Menschen, der Tod umwabere die ganze Stadt und so wirklich gute Laune habe da auch niemand. Das kann man jetzt glauben oder nicht. Besser ist es, selbst in die österreichische Hauptstadt zu fahren und sich das mal anzuschauen.
Kurz: Ich sehe alle meinen angelesenen Vorurteile bestätigt. Überall in Wien begegnet man symbolisierer Traurigkeit. Auf zynische Art und Weise weist jede Ecke irgendwie darauf hin, dass alles ja so vergänglich ist und man solle ich bloß keine Hoffnung auf Besserung machen.
Das fängt schon in der U-Bahn an. Läuft man durch die Gänge (einer Haltestelle, von der ich den Namen vergessen habe) vorbei an Junkies, die sich gegenseitig lautstark als Arschloch bezeichnen, kommt man auch an einer Art Spiegelkabinett der miesen Laune vorbei. Auf jedem dieser Spiegel lässt sich ein digitaler Countdown ablesen zu allen erdenklichen Misepeter-Themen: "Zeitraum bis zur Wiederbewohnbarkeit Tschernobyls: 140597" und "Kinder die täglich an Aids sterben: 1576 (genaue Zahl ist mir entfallen)" stehen gleich neben "Verzehrte Schnitzel in Wien seit 1. Jänner: 3849613" (Zahl steigt sekündlich) und "Verliebte in Wien heute: 296419" (Zahl fällt sekündlich). Das ist so traurig.
Und es wird noch schlimmer. In der U-Bahn selbst hängen Stadtzeitschriften mit Ausgehtipps. Die auffälligste Annonce ist die einer Ausstellung, in der es um den Tod geht, illustriert mit ein paar leichenblassen Füßen mit Totenzettel am linken Zeh.
Junge Menschen auf dem Sitz gegenüber fallen am späten Nachmittag einfach so in ihre Taschen und rühren sich nicht mehr. Könnte tot sein... eventuell. Würde keinen wundern. Schließlich ist man ja in Wien.
Laut meinemmal mehr aber dann doch eher weniger kompetenten Reiseführer ist Wien die Wiege des Jugendstils und hat selbstverständlich ein von Hundertwasser gestaltetes Gebäude. Wie auch Darmstadt. Hier gibt es ja die wunderbare Waldspirale am Röhnring. Schön bunt, überall Gute-Laune-Pflanzen, Restaurant im Erdgeschoss.
In Wien hat Hundertwasser die Müllverbrennungsanlage verschönert - mit Kringeln und goldenen Kugeln. Ich glaube man muss hier nicht extra auf die Symbolträchtigkeit hinweisen.
Aber man darf der Stadt nicht Unrecht tun. Gibt auch schöne Fleckchen. Wie die "Opera-Toilet" in der U-Bahn. Unterhalb der Staatsoper kann man sich zu Walzer und umgeben von einer authentischen Opernball-Fototapete erleichtern. Pinkeln in 3/4-Takt. Wenn das mal keine gute Laune macht.
Kurz: Ich sehe alle meinen angelesenen Vorurteile bestätigt. Überall in Wien begegnet man symbolisierer Traurigkeit. Auf zynische Art und Weise weist jede Ecke irgendwie darauf hin, dass alles ja so vergänglich ist und man solle ich bloß keine Hoffnung auf Besserung machen.
Das fängt schon in der U-Bahn an. Läuft man durch die Gänge (einer Haltestelle, von der ich den Namen vergessen habe) vorbei an Junkies, die sich gegenseitig lautstark als Arschloch bezeichnen, kommt man auch an einer Art Spiegelkabinett der miesen Laune vorbei. Auf jedem dieser Spiegel lässt sich ein digitaler Countdown ablesen zu allen erdenklichen Misepeter-Themen: "Zeitraum bis zur Wiederbewohnbarkeit Tschernobyls: 140597" und "Kinder die täglich an Aids sterben: 1576 (genaue Zahl ist mir entfallen)" stehen gleich neben "Verzehrte Schnitzel in Wien seit 1. Jänner: 3849613" (Zahl steigt sekündlich) und "Verliebte in Wien heute: 296419" (Zahl fällt sekündlich). Das ist so traurig.
Und es wird noch schlimmer. In der U-Bahn selbst hängen Stadtzeitschriften mit Ausgehtipps. Die auffälligste Annonce ist die einer Ausstellung, in der es um den Tod geht, illustriert mit ein paar leichenblassen Füßen mit Totenzettel am linken Zeh.
Junge Menschen auf dem Sitz gegenüber fallen am späten Nachmittag einfach so in ihre Taschen und rühren sich nicht mehr. Könnte tot sein... eventuell. Würde keinen wundern. Schließlich ist man ja in Wien.
Laut meinem
In Wien hat Hundertwasser die Müllverbrennungsanlage verschönert - mit Kringeln und goldenen Kugeln. Ich glaube man muss hier nicht extra auf die Symbolträchtigkeit hinweisen.
Aber man darf der Stadt nicht Unrecht tun. Gibt auch schöne Fleckchen. Wie die "Opera-Toilet" in der U-Bahn. Unterhalb der Staatsoper kann man sich zu Walzer und umgeben von einer authentischen Opernball-Fototapete erleichtern. Pinkeln in 3/4-Takt. Wenn das mal keine gute Laune macht.
Pisaei - 10. Mrz, 19:24

Der Dativ ist auch bei angehenden Mitgliedern der schreibenden Zunft dem Genitiv sein Tod. Schade.
Ansonsten hat da jemand so überhaupt keine Ahnung von Wien!
Mal eben 3 Tage in Wien durchsaufen heisst nicht, die Stadt kennen zu lernen. Wahrscheinlich Heurigen reingeschüttet bis nix mehr dazu passt und anschliessend den eigenen Katzenjammer mit dem Wiener Lebensgefühl verwechselt...
So total ohne Durchblick: Besser mal Maul halten!
Städte haben aber immer mehrere Facetten und Seiten, deshalb möchte ich der Todestheorie nicht komplett abschwören. "Mein" Wien jedenfalls hat mir sehr gefallen und mir ein gutes Gefühl bereitet.
So (siehe oben) kann ein Kommentar auch aussehen, ganz ohne grobe Beleidigungen und wilde Mutmaßungen. Fast schon richtig konstruktiv.
So, jetzt halt ich auch meinen Rand.
So'n bisschen provozieren bringt aber immer wieder Leben in die Bude, gell!
So viele Kommentare gab's schon lange nicht mehr auf dieser Seite.
Bin nur mal gespannt wie lange Pia den ganzen Sermon stehen laesst bevor sie's angeekelt 'rauskickt.