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Dienstag, 18. März 2008

Journaille

Ökonomie: setzen, 6!

Sobald es fad wird, sich Langeweile einstellt, höre ich auf. Ich höre auf, mich bei Menschen zu melden, die mich langweilen. Ich höre einfach auf zuzuhören, wenn nichts Interessantes rüber kommt. Wie damals im PoWi-Unterricht der zwölften Klasse. Irgendwann wurden die Vorträge über Keynesianismus und soziale Marktwirtschaft und weiß der Teufel ziemlich langweilig und ich habe einfach aufgehört, mich daran zu beteiligen. Einmal, so erinnere ich mich vage, bin ich auch vor lauter Langeweile in der letzten Bank eingeschlafen. Hab dann den Bus verpasst.

In der Schule ist man noch ziemlich jung und ziemlich dumm und macht sich da noch keine Gedanken darüber, was man da eigentlich lernt und für was das später mal gut sein könnte. Vieles, wie Integralrechnung, brauch wirklich kein Schwein (also ich nicht), aber zumindest in Wirtschaft hätte sich Zuhören echt gelohnt. Dann müsste ich mich jetzt nicht wochenlang in ein Thema einlesen, bei dem sich nach jedem Satz ein neues Türchen zu noch mehr konfusem Zeug öffnet.

Kurz: Das angebrochene Semester steht unter der Flagge Wirtschaftsjournalismus und ich hab sowas von keine Ahnung. Ich tu zwar jeden Tag so, als läse ich den Wirtschaftsteil. Dabei überfliege ich nur die Überschriften und schau mir die Bilder an. Feiner, angehender Journalist, der ich bin, click ich mich alibimäßig noch durch Wirtschaftsressort von spiegel-online. Gleiches Spiel: Überschriften und Bildchen scannen. Informationswert: kleiner/gleich Null.

Das ging ganz gut so die letzten Semester. Alle anderen Ressorts werden ja brav konsumiert (außer Sport). Aber jetzt ziehen ziemlich dunkle Wolken am sonst sehr blauen Studiengangs-Himmel auf.

Ich fange gerade bei den Grundlagen an. Was Keynesianismus, Monetarismus und Liberalismus ist, weiß ich zumindest schon Mal. Bis ich verstehe, was es mit der US-Finanzkrise auf sich hat, was so besonders daran ist, dass der Gold-Preis über 1000 Dollar klettert und was das für auswirkungen auf den DAX hat, brauchts noch eine ganze Weile.

Nur eins hab ich schnell kapiert: Lohnt sich gerade richtig, T-Shirts in den USA zu bestellen.

Nachhilfestunden sind sehr willkommen.
Geschlechterk(r)ampf

Kosmetisches Männerleiden

Die angenehmste Art an einem Dienstag Vormittag völlig stressfrei aber sinnlos Geld auszugeben, ist zum DM zu gehen und "sich mal etwas zu gönnen". Sagen die Tanten im Shopping-Kanal immer: "Gönnen sie sich doch mal was. Sie sind es sich wert." Oh ja und wie. Ich bin mir ganze 13,27 Euro wert, die ich gewinnbringend in meine Schönheit investiert habe.

Dass man aber in einem Drogeriemarkt nicht nur in Brilliant-Brunette-Hair-Conditioner, Aloe-Vera-Körperpeelings und Q10-Anti-Faltencremes baden kann, zeigt sich spätestens in der Make-Up-Abteilung (definitiv zu viele Bindestriche), vor der man ja selbst des Öfteren steht und sich fragt wofür man denn bitte drei verschiedene Puder braucht. Nach vier Bier sieht sowieso jede Frau irgendwie gleich aus. Also wenn der Mann vier Bier intus hat. Wo wir auch schon beim Thema wären.

Denn es gibt fast nichts witzigeres als Männer, die hinter ihren Klick-Klack-Stiefeln-Freundinnen stehen, während diese einen Orgasmus nach dem nächsten bekommen, weil OH MEIN GOTT NIVEA HAT EIN NEUES CREMEROUGE IN SANDY-BEIGE!!! Die armen Kerle wippen dann von Ferse zu Zehenspitze und wieder zur Ferse und wieder zur Zehenspitze usw. Schauen etwas unbeteiligt aber sichtlich angenervt an die Decke und überlegen, was sie denn dazu konstruktiv beitragen können. Einfach gesagt: So ziemlich nichts. Außer still sein und hoffen, dass es schnell vorbei geht.

Dankbar in solch einer Situation ist dann das Auftauchen eines anderen Pärchens mit ähnlicher Rollenverteilung. Man spürt das magische Knistern zwischen den beiden Herren. Sie sehen sich an und es schallt lautlos von der einen Ecke des Raums in die andere: "Verdammt, warum tun wir uns das an?!"

Tja, keine Ahnung. Wie wärs das nächste Mal mit "Vorschlag: Du kaufst dir eine Spachtelmasse alleine und ich mach in der Zeit irgendwas, was mir mehr Spaß bereitet.". Und mit einem "Oh mein Gott siehst du gut aus!!!" zur richtigen Zeit sorgt Mann dann auch dafür, bald wieder Sex haben zu dürfen.

Leben könnte so einfach sein.

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