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Im Selbstversuch

Hirnentleerung durch Filmkonsum

Die nächsten Tagen werde ich mir folgende Filme anschauen...nächtelang...nur unterbrochen durch diverse Partys, ein wenig Schlaf und ganz vielleicht durch Essen:

Conan der Barbar
Ronin
Die Üblichen Verdächtigen
Kate und Leopold
Bram Stoker's Dracula
Garfield
Lethal Weapon 4
Casablanca
The Last Man
Was
Kate & Leopold
Cube
Fluch der Karibik I + II
Lost in Translation
Bladerunner
Hannibal
The Shining
Spiegel TV auf DVD - Teil 1 bis 11 (Außer 6. Der ist in Hamburg verschwunden)

Danach bin ich entweder komplett dem Wahnsinn erlegen, oder mein Kopf ist endlich leer und kann mit Wichtigem neu bestückt werden. Oder beides... schließt sich ja nicht aus.
Mindblogging

Theorie und Praxis

Ich war in der siebten Klasse und dachte ich weiß so ziemlich alles über altdeutsche Geschichte. Karolinger, Merowinger, Karl der Große. Das ganze Zeug. Heute weiß ich davon nichts mehr. Ist aber auch nicht weiter schlimm. Wozu gibts Wikipedia.
Wie dem auch sei...

Ich war also 13 und fühlte mich superschlau. Viel schlauer als das arme kleine Mädchen, das neben mir in der vorletzten Reihe saß. Die wusste so ziemlich garnichts. Hat mich dauernd nach den Kreuzzügen gefragt. Dabei kamen die erst Jahrunderte später. Bemitleidenwert. Ich nahm mich also dieser armen Seele an und versprach, ihr das ganze Thema zu erklären.
Die Klassenarbeit rückte immer näher und ich paukte mit ihr die das achte bis zehnte Jahrhundert. Erklärte ihr die Zusammenhänge, verdeutlichte ihr worauf es ankommt und wo die eklatanten Fehlerquellen liegen. Man kann schon sagen, dass ich ein derber Streber war. Naja was soll man auch sonst mit 13 sein. Sex hat man zu der Zeit gefälligst noch nicht und Drogen waren auch noch bäh, also muss man anders Spaß haben.
Wochenlang trichterte ich ihr also den Mist ein. Wusste ja schließlich alles. Ungelogen. Sie schüttelte dauernd den Kopf, stammelte die ganze Zeit "aber aber..." und ich saß irgendwann nur noch allwissend da und nickte selbstsicher.

Ergebnis war: Sie schreibt eine 2+ und ich eine 5. Das war hart. Um nicht zu sagen: ein Tritt in die nicht vorhandenen Eier. Wie konnte das passieren?
Kaum hab ich in der Klausur gesessen, wusste ich nichts mehr. Mein ganzes Wissen in meiner Paradedisziplin war dahin und ich konnte einpacken - genau dann, als es darauf ankam. Ich war nervös und hab zu viel gelabert. Ich wollte es besonders gut machen und erzählte nur Stuss. Seitenweise. In der Theorie war ich tough, in der Praxis ein absoluter Versager.

Jahre später hab ich dann ein echt ziemlich gutes Abi in Geschichte gerockt. Saß in der mündlichen Prüfung (neue Deutsche Geschichte war das Thema) und war ziemlich cool - richtig tough. Keine Angst, kein Gelaber. Ich wusste was ich kann und wo ich stehe und baaaam... 13 Punkte. *Strike*

Man braucht also schlicht und einfach ein paar Jahre Erfahrung, um in der Praxis genau so tough und cool zu bleiben, wie man in der Theorie behauptet zu sein. Denn eigentlich kann mans ja. Nur nicht nervös machen lassen.

Damals hab ich sieben Jahre gebraucht bis ich soweit war. Jetzt geb ich mir zehn.

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